Gewalt und Gene

Ok, ich geb's zu: Das Thema Gewalt und Gene ist überraschend interessant.

 

Laut einer Längsschnittstudie aus den Niederlanden von 2003 liegt der Anteil der Erblichkeit für aggressives Verhalten bei 60 bis 79 %. Weitere Studien der Universität von Südkalifornien (2007), der Universität von Montreal (2005) und interdisziplinären Aggressionsforschern (2005) deuten in die gleiche Richtung. Wow! So sehr bestimmen also unsere Gene, ob wir dazu neigen, Gewalt anzuwenden? Darüber will ich mehr wissen!

 

Besonders beeindruckt hat mich, dass Gewalterfahrung im Kindesalter die Umsetzung der Gen-Information beeinflusst. Wichtige Proteine werden nicht produziert, was dazu führt, dass der Hippocampus unterentwickelt bleibt (McGowan et al. 2008). Das heißt also, Gewalt führt zu konkreten biologischen Veränderungen. Nicht nur zu blauen Flecken und emotionalen Schäden, sondern zu Veränderungen in zentralen Teilen unseres Hirns!

 

Zur Geschichte von Kampf und Gewalt bietet meine erste Quelle (Aggression und Gewalt - ein biologischer, psychologischer und sozialwissenschaftlicher Überblick) leider nicht sehr viel. Aber: Das Töten von Artgenossen und Artfremden lässt sich rund 500 Millionen Jahre zurückverfolgen. Ich hoffe, dass ich über den Verlauf dieser 500 Millionen Jahre noch ein bisschen was rausfinde!